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Das erste Jahr im neuen Heim:
Die Wände
eines neuen Gebäudes in Massivbauweise
sind im ersten Jahr nach der Errichtung
noch feucht und haben noch nicht die endgültigen
Dämmeigenschaften. Das Austrocknen
erfordert zusätzliche Energie. Da eine
energiesparende, kostengünstige Heizung
keine übermäßige Reserveleistung
bereitstellen kann, ist es möglich,
daß im ersten Winter, in dem ein Neubau
beheizt wird, nicht immer die gewünschten
Raumtemperaturen erreicht werden.
Entlüftung
von Heizkörpern
Das Heizungswasser
sondert insbesondere nach einer frischen
Befüllung Gase ab. Diese können
die Zirkulation des Wassers durch die Heizkörper
und damit deren Erwärmung behindern.
Sollte dies der Fall sein oder Heizkörper
gluckern, so müssen diese entlüftet
werden.
Die Funktion
von Thermostatventilen:
Thermostatventile,
die auf eine Temperatur von z.B. 20 °C
(z.B. Stellung 3) eingestellt sind, öffnen
den Leitungsquerschnitt bei einer Temperatur
von 18 °C zunächst vollständig.
Die gewünschte Temperatur von 20 °C
wird selbsttätig gehalten. Durch z.B.
die Stellung 6 wird die Aufheizung eines
kalten Raumes nicht beschleunigt. Sammeln
Sie daher Erfahrung, bei welcher Thermostatventilstellung
eine für Sie angenehme Raumtemperatur
erreicht wird. Verwenden Sie diese Stellung
auch zur Aufheizung des Raumes. Die maximale
Temperatur des Heizkörpers ist außerdem
von der Außentemperatur abhängig,
nach der die Vorlauftemperatur des Wärmeerzeugers
geregelt wird. Ebenso wird diese Vorlauftemperatur
durch die Nachtabsenkung (eingestellte Zeit
z.B. 22.00 - 6.00 Uhr) beeinflußt.
Achten Sie darauf, daß der Thermostatkopf
von der Raumluft frei umströmt werden
kann. Eine Abdeckung durch Jalousien, Gardinen,
Polstermöbel... verursacht einen Wärmestau
und verhindert die ordnungsgemäße
Funktion. Gegebenfalls kann durch einen
Fernfühler Abhilfe geschaffen werden.
Die richtige
Raumtemperatur:
Die Außenwände
und Fenster von gut wärmegedämmten
Gebäuden haben höhere Oberflächentemperaturen,
als solche von schlecht gedämmten.
Dadurch werden niedrigere Raumlufttemperaturen
noch als angenehm empfunden. Kältere
Luft wird als frischer empfunden und trocknet
aufgrund der höheren relativen Luftfeuchte
die Atemwege weniger aus. Die gesündeste
Raumtemperatur liegt aus Sicht der Mediziner
zwischen 18 und 20 °C bei einer Raumluftfeuchte
von 30-65 %. Beachten Sie, daß die
Anhebung der Raumtemperatur um 1 °C
einen um ca. 6 % höheren Energieverbrauch
verursacht. Das frühzeitige Schließen
von Rolläden und Vorhängen am
Abend verhindert, daß die Kälte
der Fensterfläche als unangenehmer
Strahlungszug empfunden wird. Auch dadurch
werden niedrigere Raumtemperaturen als angenehmer
empfunden.
Gute
Dämmung erfordert gleichmäßiges
Heizen:
Für ein gut
wärmegedämmtes Haus ist ein Wärmeerzeuger
mit einer geringen Leistung erforderlich.
Wenn das Gebäude stärker ausgekühlt
ist, dauert es dann aber länger, bis
der kleine Wärmeerzeuger das Gebäude
wieder auf behagliche Temperaturen aufheizen
kann. Ist der Wärmeerzeuger gleichzeitig
für die Warmwasserbereitung gedacht,
können unangenehm lange Aufheizzeiten
die Folge sein. Die meisten Wärmeerzeuger
sind mit einer Warmwasserspeicher-Vorrangschaltung
ausgestattet. Bei Entnahme von Warmwasser
aus dem Speicher wird zunächst das
nachfließende Wasser mit der vollen
Wärmeerzeugerleistung aufgeheizt. Dies
bedeutet, daß die Heizung in Räumen,
die länger nicht mehr genutzt wurden,
frühzeitig aufgedreht werden muß
bzw. die Nachtabsenkung so rechtzeitig beendet
werden muß, daß die Räume
vor der morgendlichen Dusche warm sind.
Um diese Schwierigkeit zu begrenzen, werden
meist Heizkessel mit einer größeren
Leistung gewählt, als sie sich aus
der Wärmebedarfsberechnung ergeben
würde. Im Mehrfamilienhaus treten Probleme
insbesondere dann auf, wenn alle Bewohner
gleichzeitig aufstehen oder von der Arbeit
nach Hause kommen und duschen. Hier kann
es sinnvoll sein, die Räume ständig
auf einer behaglichen Temperatur zu halten.
Bei geschlossenen luftdichten Fenstern bringt
die Nachtabsenkung im gut wärmegedämmten
Haus ohnehin keine nennenswerte Energieeinsparung.
Bei der Dimensionierung Ihrer Heizkörper
wurde davon ausgegangen, daß alle
Räume eines Gebäudes annähernd
gleichmäßig beheizt werden. Es
ist deshalb normal, daß ein Wohnzimmer,
das von Räumen umgeben ist, die mit
offenen Fenstern auf weniger als 15 °C
abgekühlt sind, nicht mehr die gewünschte
Raumtemperatur erreicht. Aufgrund des geringen
Wärmebedarfs ist es durchaus möglich,
daß sich Heizkörper oder Fußbodenheizungen
nicht warm anfühlen, obwohl sie den
Raum ausreichend beheizen.
Richtiges Lüften - wichtig für
Gesundheit und Geldbeutel: Um eine angenehme
frische Raumluft zu erhalten, sollte dafür
gesorgt werden, daß sie spätestens
alle 2 Stunden vollständig erneuert
wird. Früher wurde dies durch undichte
Fenster unter hohem Energieaufwand (der
Luftwechsel fand auch im ungenutzten Raum
und windabhängig statt) gewährleistet.
Heutige Fenster sind dagegen so dicht, daß
der Raum belüftet werden muß.
Eine konstante Belüftung z.B. durch
ein geöffnetes Fenster verursacht aber
Zugluft und verbraucht im Winter unnötig
Energie. Lüften Sie daher bei Bedarf
kurz (max. 10 Minuten) und intensiv ("Stoßlüftung").
Bei längerem Lüften ist das Thermostatventil
zu schließen. Wie schon bei der Frage
nach der richtigen Raumtemperatur ausgeführt,
führt kühle Luft zu einer geringeren
Austrocknung der Atemwege. Daraus wird häufig
geschlossen, daß durch Lüften
die Feuchte der Raumluft ansteigt. Das Gegenteil
ist jedoch der Fall, da die hier relevante
"relative Feuchte" von Luft durch
Erwärmung sinkt und im Raum erst durch
die Feuchte aus Atmung, Schweiß, Wäschetrocknung,
Pflanzen und Küchenluft ansteigt. Genauso
falsch ist die Aussage, daß durch
die Wärmedämmung von Niedrigenergiehäusern
die Gefahr der Schimmelbildung steigt. Probleme
entstehen vielmehr, wenn aufgrund von schlechter
Wärmedämmung die Oberflächentemperatur
von Teilen des Raumes (Stichwort: Kältebrücken)
gering ist und die Raumluftfeuchte wegen
zu geringer Lüftung (dichte Fenster)
hoch ist. Die Feuchtigkeit kann dann an
kalten Außenwänden, insbesondere
in Ecken, kondensieren und eine gesundheitsschädigende
Schimmelbildung verursachen. Problematisch
sind vor allem durch ungleichmäßige
Beheizung ausgekühlte, sowie von der
freien Luftströmung durch Möbel
abgeschirmte Wände. Ein geringes Abrücken
der Möbel von der Außenwand kann
hier Abhilfe schaffen.
In folgendem Video gibt Ronny Meyer hilfreiche
Tipps zum richtigen Lüften
YouTube
Video.
Frostgefahr:
Falsches Lüften
ist nicht nur schlecht für Gesundheit
und Geldbeutel, sondern auch häufige
Ursache für das Einfrieren von Leitungen
z.B. von abgestellten Heizkörpern.
Um böse Überraschungen nach einer
Kälteperiode zu vermeiden, muß
daher auf eine Dauerlüftung verzichtet
werden und die Temperatur aller Räume
zumindest durch die Frostschutzstellung
(R) der Thermostatventile auf 10 bis 15
°C gehalten werden.
Gewährleistung:
Die Gewährleistung,
die der Ersteller einer Anlage für
seine Leistung geben muß, bedeutet
nicht, daß die Anlage im Gewährleistungszeitraum
störungsfrei funktionieren muß.
Es wird nur gewährleistet, daß
die Anlage zum Zeitpunkt der Abnahme den
anerkannten Regeln der Technik entsprochen
hat, die vertraglich zugesicherten Eigenschaften
hatte und nicht mit Fehlern behaftet war.
Insbesondere Verschleißteile fallen
also nicht unter die Gewährleistung.
Wartung:
In der Heizungsanlagenverordnung
§ 9 Abs. 1 ist die Wartung von Heizungsanlagen
vorgeschrieben. Wir empfehlen den Abschluß
eines Wartungsvertrages. Dadurch wird der
Wert der Anlage erhalten sowie ein umweltfreundlicher
und sicherer Betrieb gewährleistet.
Bei Problemen und Ausfällen der Anlage
steht dann umgehend ein kompetenter Betrieb
zur Verfügung, der die Anlage kennt.
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